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15.12.2019 Workshop mit Mercedes Pizarro

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Weihnachtsfeier und -ferien bei uns im Studio

Wie immer werden wir auch dieses Jahr Weihnachten gebührend feiern:

Montag 16.12.2019 Weihnachtsfeier 18.30 Uhr
Dienstag, 17.12.2019 Weihnachtsfeier 18.30 Uhr
Mittwoch, 18.12.2019 Weihnachtsfeier 18.30 Uhr
Donnerstag, 18.12.2019 Weihnachtsfeier 18.30 Uhr


Ferien vom Montag, 23.12.2019 - einschl. Donnerstag, 02.01.2020

Flamenco in der Orgelfabrik mit Joaquin Ruiz

Am Mittwoch, 27.11.2019 erlebte man einen außergewöhnlich guten Flamenco-Abend in der Orgelfabrik in Karlsruhe-Durlach. Die Tänzer aus der Kaderschmiede der Renate Wagner in Mannheim traten gemeinsam mit dem Gitarristen Francesco Ficco und Alvaro Ramirez Romero als Gruppe „Tierra y Luz“ zusammen mit dem weltbekannten Meister und Flamencotänzer Joaquin Ruiz aus Madrid auf. Die Erwartungen waren sicherlich nicht sehr groß und die Gefühle eher gemischt, als Renate Wagner das Publikum über die Konstellation der Gruppe aufklärte:  Studentinnen in der Ausbildung als Flamencotänzerinnen gemeinsam mit Profi-Musikern und dem ehemaligenChoreografen des Nationalballetts Madrid auf einer Bühne. Umso größer war die Überraschung und das Erstaunen über das hohe Niveau der Gruppe.

Eröffnet wurde der Abend mit einer Toná des Sängers Alvaro Romero aus Sevilla. Ein sehr moderner junger Sänger, dem man die hohe Qualität seines Gesangs und das Wissen über den Umgang mit seiner Stimme sicher nicht gleich zugetraut hätte. Er sang sich in die Herzen und in die Erinnerung der Zuschauer und wurde bejubelt und mit stehenden Ovationen belohnt. Die malerische Kulisse der Orgelfabrik tat ihr Übriges. Der Sänger erfüllte den Raum mit seiner Stimme, trat in die dem Saal zugewandten Fenster und sang seine Strophen, so schritt er die Treppen hinab ohne Begleitung von rhythmischem Klatschen oder gar Gitarre in einem genialen Licht, das die Atmosphäre noch unwirklicher machte. Er übergab einen Bastón (Stock) der Tänzerin Corinna Han, und ein atemberaubendes Frage- und Antwortspiel während der Strophe einer Debla ließ keinen Zweifel offen: Dies hier war ein besonderer Moment. Die Tänzerin beendete die Martinete mit einer Llamada und nun begann ein Wechselspiel zwischen der Tänzerin und dem gefühlvollen Gitarristen Fancesco Ficco. Lyrisch, melodisch, sehr einfühlsam waren die beiden und verbanden die Musik der Gitarre mit den Schritten, den Armen und dem Körper der Tänzerin zu einer Symbiose, gemeinsam wechselten sie zur nächsten Strophe Seguiriya und holten so den Sänger Alvaro hinzu. Mit atemberaubender Energie und Kraft in der Letra sowie im anschließenden Fußteil "flogen" geradezu alle 3 gemeinsam zum Gipfel und mit einem archaischen Macho endete die Eröffnung der Show, und ließ direkt im Anschluss ein begeistertes Publikum für die nächsten Minuten den Soli des Sängers Alvaro Romero und des Gitarristen Francesco Ficcos lauschen. Die Akustik der Orgelfabrik erlaubte es den beiden ihre Musik unplugged darzubieten. Francesco beeindruckte mit Tarantas und Abandolaos und Alvaro mit Tientos/Tangos. Die beiden zauberten eine wunderschöne gefühlvolle Stimmung und das Publikum schwebte förmlich, als 4 Tänzerinnen in grandiosen Schleppenkleidern die Treppen herunterschritten und zu den Klängen einer Guajira mit ihren Fächern ein Feuerwerk an Werben und Flirten, gemischt mit dem Rhythmus und der Melodie des fernen Kubas, in die Orgelfabrik holten. Die Stimmung war definitiv "kubanisch"! Die Tänzerinnen waren ein Genuss fürs Auge, jede mit einer andersfarbigen Bata, geschmückt mit Kämmen und Spangen im Haar, das zu einem tiefen Knoten im Nacken gebunden war, erinnerten sie an alte Malereien in Andalusien. Die Gleichheit ihrer Schritte und Bewegungen waren beeindruckend und der Höhepunkt war sicher, als der Meister Joaquin Ruiz sich ins Geschehen mit einbrachte. Gekonnt tanzte er eine Strophe alleine und machte damit alle atemlos. Jede Phrasierung des Sängers - jede Note des Gitarristen, alles wurde tänzerisch auf höchstem Niveau umgesetzt, Joaquin Ruiz erschuf eine Magie, die sich in der ganzen Orgelfabrik ausbreitete. Das Publikum erhob sich während des Tanzes von den Stühlen, es gab tosenden Applaus, als dieser große Tänzer mit den Tänzerinnen in ihren prachtvollen Schleppenkleidern in einem Feuerwerk an Energie und trommelnden Füßen, fliegenden Schleppen und tanzenden Fächern die Bühne verließ.

Keiner hätte erwartet, dass nach der Pause das Programm noch einmal diese Qualität erreichen würde. Doch der zweite Teil übertraf sogar noch den ersten. Mit einer Alegríaim Solo holte der Sänger Alvaro Romero das gesamte Publikum ab und versetzte diesesbinnen Sekunden an den Strand von Cádiz, man konnte das "Silber" der Bahia in seiner Stimme hören - kein Wunder, ist er doch dort geboren. 

Die Tänzerinnen gaben in einer Formation in komplett roten Kleidern dem Thema Fandangos eine neue Note. Die Fandangos del Albayzín waren definitiv eine gekonnte Hommage an die große Mariquilla und das jüdische Viertel Albayzín in Granada. Die Verehrung der Sierra und die Schönheit der Stadt wurden in einer genialen Choreografie gekonnt umgesetzt. Die Orgelfabrik war erfüllt von Olé-Rufen. Francesco Ficco begeisterte mit Tangos und als krönenden Abschluss kam Joaquin Ruiz mit Bamberas - Soleá Apolá und Caña. Und er kam nicht nur, man sah ihn und er siegte, auf jeden Fall. Das Zusammenspiel zwischen ihm, der Gitarre und dem Gesang waren so eng, so filigran, so virtuos umgesetzt, dass das Publikum förmlich den Atem anhielt, man konnte eine Stecknadel fallen hören, er erfüllte den ganzen Raum mit seiner Magie. Die Energie und Präzision, mit der er in der darauffolgenden Escobilla arbeitete, ergriff alle, auf und vor der Bühne, und steigerte sich beinahe bis ins "Unendliche", so kam es einem vor. Die Orgelfabrik bebte, erfüllt vom Applaus und den Zurufen eines glücklichen dankbaren Publikums. Bitte mehr davon! Ich habe schon lange nicht mehr so einen tollen Flamenco gesehen.

Sarah Schöffel

Mi Amor 2019 - wild, pur, leidenschaftlich

Soviel Energie und Power auf einer Bühne kann man sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst erlebt hat!

Tanz Juana Amaya und Nazaret Reyes
  Estudiantes  de la Cátedra
Gesang El Galli, El Pulga, Alvaro Romero
Gitarre Juan Campallo, Francesco Ficco
Perkussion Diego Amador Blanco
Produktion   Renate Wagner

Tag der offenen Tür 2020

+++ Jetzt schon vormerken: 23. und 24.05.2020 +++